Bettina

Meine Liebe zur Fotografie begann an der Ostsee im Winter – zu einer Zeit, in der andere eher frieren als fotografieren. Damals noch mit dem Handy bewaffnet, stellte ich schnell fest: Irgendwas scheine ich richtig zu machen, denn meine Bilder bekamen überraschend viel Lob.
2017 war es dann so weit – die erste „richtige“ Kamera musste her. Seitdem gilt: Egal wo ich bin – die Kamera ist dabei. Man weiß ja nie, wer oder was einem vor die Linse krabbelt. Während viele den Blick in die Ferne richten, gehe ich lieber ins Detail.
Mich faszinieren die kleinen Dinge: alles, was kreucht, fleucht oder einfach übersehen wird. Dazu gehören Insekten wie Bienen, Hummeln, Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Fliegen, Mücken und Grashüpfer – aber auch Spinnen, Schnecken und filigrane Blüten.
Doch nicht nur Lebendiges zieht mich an. Auch in der Natur entdecke ich immer wieder spannende Motive im Kleinen: Schneckenhäuser, feine Strukturen, Muster und unscheinbare Details, die oft erst auf den zweiten Blick ihre Schönheit zeigen.
Ich gehöre zu den Menschen, die minutenlang vor einem unscheinbaren Grashalm hocken – sehr zur Verwunderung der Passanten.
Nicht selten werde ich beim Fotografieren angesprochen: „Was fotografierst du denn da?“ Die Reaktion auf die fertigen Bilder ist dann meist Staunen. Denn plötzlich werden aus unscheinbaren Krabblern faszinierende Motive – mit Augen, Mundwerkzeugen (ja, so nennt man das 😄), haarigen Fühlern und erstaunlich vielen Details. Mich begeistert besonders, wie unterschiedlich diese kleinen Wesen sind – zum Beispiel die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen oder auch ihr Verhalten, etwa während der Paarungszeit. Eine Welt für sich, die man sonst kaum wahrnimmt. Sogar Einsiedlerkrebse, die Muscheln aller Art zu ihrem Zuhause machen, haben es schon vor meine Linse geschafft. Dabei konnte ich einmal beobachten, wie sich zwei von ihnen um eine besonders begehrte Muschel gestritten haben – fast wie auf dem Wohnungsmarkt, nur mit mehr Scheren.
Spinnen hingegen waren lange Zeit nicht gerade meine besten Freunde. Sehe ich eine in der Wohnung, läuft es meist so: Ich entdecke sie, gehe schnell ein Glas holen, um sie einzufangen und nach draußen zu bringen – und wenn ich zurückkomme, ist sie einfach verschwunden. Unheimlich. Doch seit etwa zwei Jahren hat sich mein Blick verändert. Draußen nähere ich mich ihnen ganz vorsichtig, Schritt für Schritt, damit sie sich an meine Anwesenheit gewöhnen. Mit etwas Geduld lassen sie sich dann tatsächlich fotografieren – und dabei habe ich ihre faszinierenden Augen und Strukturen ganz neu entdeckt. Ich liebe es, diese kleinen Lebewesen groß rauszubringen und ihre oft verborgene Schönheit sichtbar zu machen. Ab und zu wandert mein Blick auch zu größeren Motiven: Frösche, Vögel sowie Tiere wie Hunde, Katzen oder Schafe finden ebenfalls ihren Weg vor meine Linse.
Auch die Porträtfotografie gehört zu meinem Repertoire – wer Interesse hat, darf sich gerne melden. Ich freue mich immer wieder, neue Gesichter vor der Kamera zu haben.
Doch meine größte Leidenschaft bleibt die Makrofotografie. Dabei ist mir ein respektvoller und sorgfältiger Umgang mit der Natur besonders wichtig. Ich fotografiere mit Ruhe und Achtung vor meinen Motiven. Wenn meine Bilder neugierig machen und dazu einladen, diese kleine Welt selbst zu entdecken, freut mich das sehr. Dabei ist mir wichtig: Schaut genau hin, nehmt euch Zeit – und geht achtsam mit der Natur um. Gerade wenn Kinder mit dabei sind, ist es schön, ihnen diesen respektvollen Blick weiterzugeben. Die größten Wunder liegen oft direkt vor unseren Füßen – man muss sie nur entdecken. Ich wünsche allen viel Freude beim Erkunden dieser kleinen, großen Welt.

Portfolio

Bettinas Bilderportfolio

Bettinas Bilderportfolio umfasst eine weite Spannbreite von Landschaftsaufnahmen über Tierfotografie bis hin zu Makroaufnahmen.